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Karate (japanisch "leere Hand")

Karate entstand etwa um 500 v. Chr. in China. Als im 15. Jahrhundert auf der Insel Okinawa im südwestlichen Japan das Tragen von Waffen verboten wurde, wurde der waffenlosen Art der Selbstverteidigung ein besonderes Interesse entgegengebracht. Und so wurde im 16. Jahrhundert diese Kampfkunst auf der Insel Okinawa weiterentwickelt. Die moderne Form des Karate begründete der aus Okinawa stammende Gichin Funa-Koshi, der in Japan in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts für die Verbreitung dieses Sportes sorgte. In der Folgezeit verbreitete sich diese Sportart auch in Europa, seit 1957 auch in der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1966 gibt es deutsche Meisterschaften. Der Dachverband des Karatesportes in Deutschland ist der Deutsche Karate-Verband (DKV; gegründet 1976), der internationale Verband ist die World Union of Karatedo Organisations (WUKO; gegründet 1970, Sitz in Tokyo).

Waffenlose Art der Selbstverteidigung und Zweikampfsportart, bei der man mit Händen und Füßen Schlag-, Stoß- und Trittechniken anwendet.Ziel ist es auch, die Konzentrationsfähigkeit sowie allgemein die körperliche und geistige Fitneß zu erhöhen. Zum Karate gehören wie bei anderen fernöstlichen Kampfsportarten auch die Aspekte Disziplin, Respekt und Philosophie.

Man unterscheidet drei Formen von Karate:
Shotokan, bei dem die Angriffe vor dem Körper abgestoppt werden;
Leichtkontaktkarate, bei dem leichte Schläge und Stöße gegen den Körper erlaubt sind; und Vollkontaktkarate, bei dem mit ganzer Härte zugeschlagen werden darf.

Beim gemeinsamen Training kann jeder seine individuellen Möglichkeiten ausschöpfen. Die allgemeine Fitneß wird aufgebaut durch eine ganzkörperliche Betätigung mit gezieltem Muskeleinsatz und Steigerung der Kondition und der Beweglichkeit. Durch die gleichmäßige Berücksichtigung der drei Karatepfeiler Kihon, Kata, und Kumite kommt es zu einer abwechslungsreichen Gestaltung des Trainings. Hierdurch wird sowohl die Koordination unterschiedlicher Bewegungsabläufe als auch die Konzentration gefördert.

Kihon
Erlernen einer Vielzahl von charakteristischen Einzettechniken und deren Kombinationsmöglichkeiten.
Kata
Genau festgelegte Abfolge von Techniken in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen zur Abwehr imaginärer Gegner.
Kumite
Ausüben von Angriffs- und Verteidigungstechniken mit dem Trainingspartner

Karate trägt zur Entwicklung eines Gefühls für die eigenen körperlichen Fähigkeiten bei, zur Stärkung des Selbstvertrauens und zur Selbstbehauptung. Es werden gezielte Selbstverteidigungsmaßnahmen erlernt.
Beim Karate wird größerer Wert auf Schlagtechniken, einschließlich Fußtechniken und Handkantenschläge, als auf Festhalten oder Werfen des Gegners gelegt. Man unterscheidet Stoßtechniken (Zuki), Schlagtechniken (Uchi), Tritt-Techniken (Geri) und Abwehrtechniken (Uke).
Das Wissen um die verwundbarsten Stellen des menschlichen Körpers, die mit Händen, Ellbogen, Knie oder Füßen angegriffen werden können, ist bei Karate besonders wichtig. Zu diesen Stellen gehören Gesicht, Hals, Wirbelsäule, Leistengegend und Nieren. Bei normalen Karatewettkämpfen oder Schaukämpfen darf der Körper nur oberhalb der Hüfte getroffen werden, und Schläge dürfen den Körper gar nicht oder nur leicht berühren. In einem ernsthaften Kampf könnten diese Schläge schwere Verletzungen hervorrufen oder sogar tödlich sein.

Die Kampffläche mißt acht mal acht Meter. Im wettkampfmäßigen Sportkarate gibt es verschiedene Gewichtsklassen, und es wird in zwei verschiedenen Formen ausgeübt: Übungen ohne Gegner (Kata) und als Zweikampf, bei dem die verschiedenen Techniken mit Punkten bewertet werden (Ippon entspricht einem ganzen Punkt, Waza-ari einem halben Punkt). Bei Fouls werden Strafen verhängt, die je nach Schwere des Vergehens mit Verwarnungen und Punktgutschriften für den Gegner bis hin zur Disqualifikation geahndet werden können. Der Kampf wird von einem Haupt-Kampfrichter geleitet, der die ausgeführten Techniken bewertet und der Anweisungen an die Kämpfer gibt.

Eine Trainingshalle für Karate nennt man Dojo, die weiße Trainingsbekleidung bezeichnet man als Gi. Für die verschiedenen Schläge und Schritte, aus denen die Bewegungsabfolgen bestehen, gibt es mehr als 200 japanische Bezeichnungen. In der Karateausbildung gibt es verschiedene Leistungsgrade, die durch die Farbe des Gürtels angezeigt werden. Man unterscheidet zehn Dan- (Meister) und neun Kyu-Grade (Schüler). In aufsteigender Reihenfolge sind die Farben der Kyu-Grade: weiß, gelb, orange, grün, blau und braun. Die Farbe der Dan-Grade ist schwarz.

Karate als Breitensport
Für viele Menschen aller Alterstufen ist es die besondere Vielfältigkeit dieses Sports, die den idealen Ausgleich zu Studium, Beruf und Alltagsstress bietet. Karate fördert die individuellen körperlichen Fähigkeiten und ist somit als lebensbegleitende Sportart optimal geeignet.
Der Anfänger erlernt zunächst die einfachen Grundtechniken. Darauf aufbauend werden die Kombinationsmöglichkeiten der Techniken erlernt. Konzentration und Koordination werden zunehmend gefordert. In Partnerübungen wird die richtige Ausführung und die richtige Distanz der Techniken erlernt. Die Techniken werden kurz vor dem Körper des anderen gestoppt. Der Respekt vor der Gesundheit des Partners ist ein zentrales Element des Trainings. Langfristig entsteht durch regelmäßiges Üben ein neues Körpergefühl für Distanz, Genauigkeit, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Spannung und Entspannung

Karate als Selbstver-
teidigung Die meisten Anfänger beginnen mit Karate unter dem Aspekt der Selbstverteidigung. Sich waffenlos mit effektiven Techniken wehren zu können, begeistert viele. Das Erlernen von Karate fördert Körperbeherrschung und Koordinationsfähigkeit sowie die allgemeine Fitness. Diese am Partner erlernten Fähigkeiten wirken sich positiv auf das Selbstvertrauen aus und tragen dazu bei, die eigene Angst zu überwinden und in bedrohlichen Situationen angemessen reagieren zu können. Dieser psychologische Effekt ist von entscheidendem Vorteil und kann helfen, eine körperliche Auseinandersetzung zu vermeiden.

Karate und Meditation
Karate war aufgrund seiner Entstehungsgeschichte im Fernen Osten stets auch mit den meditativen Aspekten des Zen-Buddhismus verknüoft. Die Fähigkeit, sich auf sein Inneres konzentrieren zu können, ist auch im sportlichen Karate ein wichtiger Lerninhalt. Die dadurch entwickelte Stärkung von Körper und Geist wirkt sich auch im Alltagsleben positv aus.

Karate als Wettkampfsport
Im Kumite, dem Freikampf, ist es das Ziel, Punkte gegenüber dem Gegner mit überzeugenden Angriffs- und Abwehrtechniken zu erreichen. Auch hier wird auf Trefferwirkung verzichtet. Gutes Augenmaß, Kampfgeist, Schnelligkeit und taktisches Können zeichnen den guten Kämpfer aus. Die Kata, der Schattenkampf gegen mehrere imaginäre Gegner wird nach Kriterien wie Rhythmus, Ausdruck und technisches Können bewertet. Kata in verschiedenen Schwierigkeitsgraden bieten eine reiche Auswahl.